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Neues von IDS.
Nachts laufen bei ihm die Fäden zusammen
Vor drei Jahren haben wir Max Schulz im IDS Zentral-HUB Neuenstein als Vorarbeiter vorgestellt. Seit dem 1. Juli 2026 trägt der langjährige IDS Mitarbeiter deutlich mehr Verantwortung: Als Leiter des Nachtumschlags sorgt er mit seinem rund 60-köpfigen Team dafür, dass Nacht für Nacht tausende Sendungen sicher und pünktlich ihren Weg durch das HUB nehmen. Wir haben mit ihm über seine neue Aufgabe, Führung und Teamarbeit gesprochen.
Herr Schulz, seit dem 1. Juli leiten Sie den Nachtumschlag. Was hat sich für Sie verändert?
Vor allem die Verantwortung: Früher habe ich an einer der beiden Umlaufketten ein Team von 10 bis 15 Leuten geführt, heute sind es rund 60 Mitarbeitende. Neu ist für mich auch die Büroarbeit. Bevor es in der Halle losgeht, erledige ich die anfallenden administrativen Aufgaben. Um 21.15 Uhr informiere ich das Team über alles Wichtige für die Nacht und ab etwa 2 Uhr stehen dann noch Reporting, Kennzahlen und Personalplanung an. Früher konnte ich mit einem Problem zu meiner Chefin gehen – heute bin ich es, der Lösungen finden muss und Entscheidungen trifft. Herausfordernd und spannend zu gleich.
Kam das Angebot für Sie überraschend?
Total. Als Elmar Buss, Leiter des IDS Zentral-Hubs, mir auf den Anrufbeantworter sprach, ich solle mich melden, wenn ich wach bin, dachte ich zuerst, in der vergangenen Nacht sei etwas schiefgelaufen. Mit dem Angebot hatte ich nicht gerechnet. Ich habe mit meiner Frau darüber gesprochen, die mich zusätzlich motiviert hat. Ich bin lange dabei, kenne die Abläufe und bringe die Erfahrung mit. Also habe ich am nächsten Tag zugesagt.
Hilft Ihnen Ihre langjährige Erfahrung bei der neuen Aufgabe?
Auf jeden Fall. Ich kenne fast jede Tätigkeit im HUB aus eigener Erfahrung – nur die Leitung des Nachtumschlags war und ist neu. (lacht) Vor allem kenne ich die Menschen und weiß, wo ihre Stärken liegen und was ich ihnen zutrauen kann. Meine Beförderung zeigt außerdem, dass es bei IDS gute Möglichkeiten gibt, sich intern weiterzuentwickeln. Auch meine bisherige Position wurde intern besetzt.
Was sind Ihre wichtigsten Aufgaben?
Vor allem muss ich den Überblick behalten – auch wenn es hektisch wird. Je nach Auslastung arbeiten nachts zwischen 53 und 60 Mitarbeitende. Ich plane ihren Einsatz und koordiniere die Abläufe. Die ersten Lkw treffen gegen 21 Uhr ein, gegen 2.20 Uhr sollte der letzte das HUB wieder verlassen haben.
Trotz meiner neuen Aufgaben bin ich weiterhin gerne in der Halle und packe mit an. Gerade bei verspäteten Verkehren achte ich sehr darauf, dass die Express- und Garantiesendungen noch rechtzeitig weiterkommen. Ich bin jetzt zwar der Chef, aber immer noch Teil des Teams.
Vermissen Sie den Stapler?
Manchmal schon. Wenn Not am Mann ist, packe ich natürlich mit an. Aber einfach auf den Stapler zu steigen und die Paletten durch die Halle zu den passenden Toren zu fahren, fehlt mir gelegentlich. Das habe ich schließlich viele Jahre sehr gerne gemacht.
Welche Rolle spielt Teamarbeit für Sie als Führungskraft?
Eine sehr große. Nur als Team können wir erfolgreich sein. Durch meine neue Funktion sehe ich das vielleicht noch wichtiger an als vorher. Wenn es Probleme gibt, versuchen wir, gemeinsam eine Lösung zu finden. Natürlich muss ich heute auch Entscheidungen alleine treffen. Ganz oben steht für mich aber vor allem der gegenseitige Respekt und eine offene Kommunikation.
Wie gelingt der Wechsel vom Kollegen zum Chef?
Sehr gut. Viele von uns kennen sich schon seit vielen Jahren, wir sind zum Teil auch privat befreundet. Trotzdem gilt: Arbeit ist Arbeit und Freundschaft ist Freundschaft. Regeln und Abläufe müssen eingehalten werden. Ich habe aber gespürt, dass sich viele gefreut haben, dass jemand aus den eigenen Reihen die Aufgabe übernommen, ja die Chance bekommen hat. Einige haben gesagt: „Gut, dass du es geworden bist.“ Das hat mich sehr gefreut.
Was ist aktuell die größte Herausforderung?
Vor allem der Personalmangel. Wenn krankheitsbedingte Ausfälle hinzukommen, müssen wir die Teams flexibel neu aufteilen und alle etwas mehr leisten. Dann packe auch ich noch stärker mit an. Verspätete Lkw gehören dagegen zum Tagesgeschäft. Entscheidend ist, so darauf zu reagieren, dass die Sendungen trotzdem möglichst pünktlich weiterkommen.
Was hat sich in den vergangenen drei Jahren im HUB verändert?
Organisatorisch sind durch den Wegfall von DSV sechs neue Depots hinzugekommen, die wir in unsere Abläufe integrieren mussten. Und wir haben kürzlich neue Stapler bekommen – darüber freut sich die Mannschaft besonders.
Vor drei Jahren sagten Sie: „Wenn das Rolltor aufgeht, soll man sehen, dass Profis am Werk waren.“ Gilt das noch?
Unbedingt – vielleicht sogar mehr denn je. Wenn alles gut gelaufen ist, die Halle sauber ist und wir unsere Weiterleitungsquote von mindestens 95 Prozent erreicht haben, sage ich das der Mannschaft auch. Gute Leistung verdient es, gelobt werden. Die Kolleginnen und Kollegen sollen wissen, dass ich sehe, was sie leisten. Das motiviert und spornt an.
Wie wichtig ist Ihnen die Entwicklung Ihrer Mitarbeitenden?
Sehr wichtig. Wer sich weiterentwickeln möchte, soll eine Chance bekommen. Wenn mich jemand nach dem Staplerschein fragt, schaue ich mir an, wie er sich anstellt und ob er Potenzial hat. Mit der Erfahrung erkennt man schnell, wer engagiert arbeitet, sich einbringt und mehr Verantwortung übernehmen kann. Jeder sollte die Möglichkeit bekommen, sich auszuprobieren.
Sie nannten den Umschlag damals ein „wichtiges Glied der Transportkette“. Sehen Sie das heute genauso?
Ja. Mein Ziel ist, dieses Glied noch stärker zu machen und unseren Kunden noch besseren Service zu bieten. Besonders bei Express- und Garantiesendungen zeigt sich unsere Leistung. Die Kunden müssen gar nicht wissen, was hier jede Nacht alles passiert. Entscheidend ist, dass ihre Sendung zuverlässig, pünktlich und unbeschädigt ankommt.
Und was möchten Sie uns erzählen, wenn wir uns in drei Jahren wieder treffen?
Zunächst hoffe ich, dass ich dann immer noch derjenige bin, mit dem Sie das Interview führen. (lacht) Und ich möchte zeigen können, dass wir uns als Team weiterentwickelt und unsere Ergebnisse weiter verbessert haben.
Von meiner früheren Chefin Susanne Jesinghaus habe ich viel gelernt: ruhig zu bleiben, offen miteinander zu reden und respektvoll zu kommunizieren. Das möchte ich in meiner neuen Aufgabe weiterführen. Denn gute Ergebnisse erreichen wir nur gemeinsam.